Rollenspiele und Ich

Meine Rollenspielzeit währt schon recht lange. Ich habe mit 14 Jahren das erste Mal P&P gespielt. Und wie bei so vielen war es die Einstiegsdroge D&D, um genau zu sein AD&D. Aber auch davor war ich schon immer sehr fantasybegeistert. Die Ritterwelt von Lego war neben der Weltraumwelt meine liebste und Fantasy- wie SciFi-Filme standen auf der Tagesordnung. Faszinierende Welten haben es mir also – wie so vielen Rollenspielern – schon recht früh angetan.

Mit 16 Jahren war ich auf ersten kleinen – und ich meine SEHR kleinen – Möchtegern-LARPs. Erst mit 18 war ich auf einem „wirklichen“ LARP, dann aber auch richtig. Drachenfest 2001 war meine erste richtige Con. Das Hobby hatte mich dann schon längst voll im Griff und es folgten schon bald Spielrunden mit DSA, Shadowrun und das P&P von Warhammer Fantasy. Dann begegnete ich Vampire the Mascarade, Vampire Live (3 Gruppen), und LARPte auch sonst glücklich noch in Fantasywelten umher. Vereinzelte Spieleabende mit Exalted, Scion, Wechselbalg, Traveller, Midgard, Mage, einigen Telling-Spielen, Krimiboxen und ein zwei selbstgebastelte Rollenspielen von Freunden rundeten meine bisherige Rollenspielerfahrung ab.

Noch vor meinem Abitur bastelte ich mein erstes SciFi-P&P, das ich Panic Buying nannte. Eine art „sauberes“ Shadowrun, das stark von Animes inspiriert war. MAGUN kam nur wenige Zeit danach. Mein erstes Regelwerk war keine 60 Seiten lang und die Welt war noch deutlich „klassischer“ als jetzt und stark an D&D und DSA orientiert. Ich hatte Zwerge, Elfen, Orks, Goblins, Halblinge und noch zig andere bunte Völkchen. 17 Völker konnte man dann schon in meiner zweiten Version spielen. Mein Würfelsystem fand ich damals grandios, doch in meiner Naivität sah ich die enormen Probleme des Systems nicht. Das Machtniveau der Charaktere schoss so enorm in die Höhe, dass aber auch alles nur noch tödlich sein musste, gegen und für die Spieler.

Und wieder wurde das System überarbeitet. Ich weiß immer noch nicht, wie meine ganzen Testspieler das ausgehalten haben. Jeden Spielabend gab es neue Regeln. Und immer wieder spielten wir andere Systeme … um nicht verrückt zu werden, vermute ich. Im Laufe der Jahre schrieb ich das Regelwerk 4 mal komplett neu, und machte über 7 Versionen, druckte insgesamt über 4.000 Seiten. Ein Volk nach dem anderen wurde gestrichen. Das Spiel und die Welt wurde immer eigenständiger, und auch wenn man hier und da noch gut bekanntes herausschmecken kann, hat die Welt nun einen eigenen Stil und steht für sich, ohne sich auf andere Welten berufen zu müssen.

Das Regelwerk muss nun endlich mal an die Öffentlichkeit. Es macht keinen Sinn, so viele Jahre an einem Spiel zu arbeiten, nur um es dann vergammeln zu lassen. Vor allem muss es aber auch deswegen an die Öffentlichkeit, weil ich jetzt schon wieder Ideen für die nächste Version habe und auch schon Ideen für eine Zukunftsversion der Welt mit Weltraumfahrt und Co, und wenn ich nicht einen Schlussstrich ziehe, werde ich bis in mein Sterbebett an Regeln schrauben und Texte für mich alleine schreiben, die nur wenige Menschen zu sehen bekommen werden. Und bevor das passiert, wird es nun in die Wildnis geworfen.

Wie war euer Einstieg in die P&P-Welten, und wieviele Systeme habt ihr im Laufe eurer Rollenspielkarriere gespielt? Ich würde mich freuen, wenn ihr mir ein wenig erzählen würdet. Und falls Ihr noch nie ein P&P-Rollenspiel gespielt habt, wie steht euer Wissen darum, euer Interesse? Was ist euer liebstes Genre in Literatur, Film und Spiel? Denn für jede Art von Welt gibt es ein gutes P&P-Rollenspiel 😉 Nur so als Tipp.

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